4 Fehler die du nach dem Start deines Podcasts vermeiden solltest

4 Fehler die du nach dem Start deines Podcasts vermeiden solltest

Er hat ihn endlich gefunden! Den Podcast über Hundeerziehung, den er schon solange gesucht hat, denn seit 3 Wochen hat Stefan einem kleinen Schäferhundwelpen ein Zuhause geschenkt und will natürlich von Anfang an alles richtig machen.

Da er nicht so gerne liest und jeden morgen 40 Minuten zur Arbeit fahren muss, denkt er sich also: „Na klar, ich schaue mal ob es darüber nicht einen Podcast gibt!“

Beim Stöbern in den einschlägigen Podcast Archiven, stolpert Stefan rein zufällig in der Rubrik „Neu und Beachtenswert“ auf deinen Podcast mit dem Titel „Wie du den wilden Hasso zum treuen Wegbegleiter machst“ und ohne noch weiter zu zögern, drückt er auf abonnieren und hört sich erwartungsvoll die erste Episode an.

Doch bereits nach wenigen Folgen beschließt Stefan sich anderweitig um zu sehen und deinen Podcast nicht weiter anzuhören. Dabei hattest du doch so viel Herzblut in deinen eigenen Podcast gesteckt.

Was ist da bloß passiert? Was hat Stefan und vielleicht eine Menge anderer Hörer so verärgert?

Vielleicht ist es dir so oder so ähnlich ergangen und du sitzt jetzt erst einmal vor den sprichwörtlichen Scherben deiner Arbeit. Oder du bist einfach nur neugierig und willst vorsorglich erfahren, was die 4 größten Fehler beim Start eines Podcasts sind, um sie um Himmelswillen bloß nicht selbst zu machen?

In diesem Artikel will ich dir die 4 Fehler verraten, die du unbedingt vermeiden solltest, wenn dein Podcast Projekt ein voller Erfolg werden soll.

Manches wird dir absurd vorkommen und du wirst dir denken: „Das macht ja wohl keiner!“ oder „Klaro, das darf man natürlich nicht machen.“ Aber glaub mir, ich habe viele Podcasts gehört und diese Fehler werden immer wieder gemacht.

1.) Miese Audioqualität abliefern

Es gibt tatsächlich immer noch Podcasts die offensichtlich zwischen Tür und Angel, mit einem eingebauten Laptopmikrofon oder dem Webcam-Mikro und bei geöffnetem Fenster aufgenommen wurden.

Danach hat sich der Podcaster nicht mal die Zeit genommen sein Ergebnis mittels technischer Mittel aufzuhübschen und es einfach mal mit jeder Menge Eigenrauschen ins Netz gestellt.

Ganz ehrlich, das will sich nicht wirklich jemand anhören und schön gar nicht regelmäßig. Wenn dann auch noch innerhalb des Podcasts unterschiedliche Lautstärkepegel zu Tage treten bin ich, der Hörer, schneller Weg als du Podcast sagen kannst.

Aber zum Glück lässt sich das alles sehr leicht verhindern, wenn du nur ein paar einfache Dinge beachtest und bereit bist dafür auch mal 60,- € in die Hand zu nehmen.

a.) Kauf dir ein vernünftiges Mikrofon z.B. von Rode oder Samson – Kostenpunkt ab 59,- €

b.) Lade dir kostenlos, Audacity für den PC oder Garage Band für den MAC herunter

c.) Bearbeite dein Ergebnis, entweder mit deiner Software aus b.) oder lade es bei Auphonic hoch.

Das Ergebnis wird wirklich sehr gut klingen und Stefan wird fortan dein größter Fan.

2.) Nicht regelmäßig veröffentlichen

Ja die Regelmäßigkeit, die macht nicht nur Podcastern, sondern auch Bloggern immer wieder große Probleme. Schließlich möchte man so viele Dinge in seinem Leben erreichen und dann noch bloggen, digitale Produkte produzieren, Podcasten, Youtube Videos machen usw. usw.

Am Ende macht man zwar von allem etwas, aber leider nichts davon regelmäßig. Google mag’s nicht, iTunes mag’s nicht und deine Hörer schon gar nicht.

Klar ist Stefan da sauer, denn jetzt wo er gerade so schön in dem Thema drin ist und gespannt an deinen Lippen klebt, beschließt du einfach mal 3 Monate Podcast Pause zu machen.

Wie würde dir das gefallen?

Stefan jedenfalls nicht. Er kauft sich jetzt doch ein Buch über Hundeerziehung und hört sich fortan lieber den Podcast über Motivation an, den er neulich entdeckt hat.

Es gibt auch hier ein paar einfache Tricks, die du beherzigen solltest, um nicht in diese Falle zu tappen.

a.) Lege die Latte nicht zu hoch

Vor allem wenn du anfangs evtl. noch nebenberuflich podcastest, solltest du lieber einen größeren Turnus wählen. Ich empfehle am Anfang alle 2 Wochen oder monatlich zu senden.

Solltest du später mehr Routine entwickeln und effizienter werden, kannst du dich immer noch steigern. Besser als von wöchentlich, über alle 2 Wochen, irgendwann bei monatlich zu landen oder gar noch seltener zu veröffentlichen.

b.) Erstelle einen Redaktionsplan

Dieser Tipp ist so simpel wie wichtig, denn ohne zu wissen, über was du reden willst und wann du welches Thema aufgreifen willst, wird dein Podcast von vorneherein zum scheitern verurteilt sein.

Aus eigener Erfahrung als Blogger kann ich dir sagen, dass ich anfangs einfach mal so ins Blaue rein geschrieben habe und damit kläglich gescheitert bin.

Darüber hinaus gibt dir ein Redaktionsplan einen guten Überblick, über das was du schon gemacht hast und was du noch planst zu tun. Nach einigen Monaten kannst du bestimmte Themen erneut aufgreifen und diesmal vielleicht tiefgründiger beleuchten oder gar einen Experten dazu interviewen.

Ein Redaktionsplan muss nichts Hochkomplexes sein, das nur ein Journalist und Meister Blogger beherrscht, sondern eine schlichte Exceltabelle mit deinen Themen.

Diese solltest du dann in eine chronologische Form bringen, so dass du weißt in welchem Zeitraum du welchen Inhalt produzieren willst. Stecke dir auch hier keine zu ehrgeizigen Ziele. Es muss auch machbar sein.

Perfektion ist hier in jedem Fall fehl am Platz.

c.) Produziere Episoden vor

Der große Podcast Guru, John Lee Dumas, sendet mit seinem Podcast „Entrepreneur on Fire“ täglich eine Show und das schon seit September 2012. Er schafft laut eigener Aussage dieses Pensum einzig allein durch konsequente Vorproduktion.

Er bereitet jeden Montag 7 Podcast Episoden vor, so dass er den Rest der Woche andere Dinge machen kann und schafft sich damit Raum für neue Projekte.

Stell‘ dir mal vor, du würdest 11 Episoden auf einmal produzieren! Dann könntest du beim Start deines Podcasts sofort 4 Episoden veröffentlichen und hättest die kommenden 7 Wochen keinen Stress mehr mit der Produktion.

Ein toller Nebeneffekt, du bist in den darauf folgenden 56 Tagen bei iTunes unter „Neu und Beachtenswert“ jede Woche mit einer neuen Episode am Start und nutzt die volle Podcast Power die dir iTunes in diesen wichtigen ersten Wochen bietet.

3.) Nicht dran bleiben

Ja ja alles Schöne geht einmal zu Ende. So auch die ersten 56 Tage iTunes Podcast Marathon. Du hast wie der Teufel produziert und die Downloadzahlen waren himmlisch. Anscheinend hast du da einen Nerv getroffen.

Doch als du am Tag 57 nochmal schnell deine Downloadzahlen checken willst, trifft dich die Realität, wie die Faust von Klitschko, hart und unvorbereitet.

Das kann doch nicht sein?! 60% Rückgang? War die letzte Episode „über den strengen Griff in den Nacken des Welpen“ doch zu schockierend für deine Hörer?

Keine Panik, das passiert in den besten Familien und ist ein normaler, wenn auch schmerzhafter Prozess, nachdem du als neuer Podcaster von der perfekten Welle geschubst wurdest, weil die Freifahrtrunde beendet ist und du fortan auf dich gestellt bist.

Jetzt heißt es ran glotzen, durchbeißen und dran bleiben.

Willst du dich weiterhin behaupten, musst du folgende Dinge zwingend beherzigen

a.) Verbreite deinen Podcast über alle wichtigen Kanäle und sozialen Medien und veröffentliche ihn nicht nur bei iTunes

b.) Fokussiere dich zu 100% auf deine Stammhörer. Keine Themen mehr, die nur am Rande mit deinem Kernthema zu tun haben

c.) Schreibe Gastartikel und/oder werde Gast bei einem anderen Podcaster, der dich einem neuen Publikum näher bringen kann

Produziere weiterhin regelmäßig, auch wenn deine Hörerschaft vermeintlich kleiner geworden ist, denn gerade jetzt musst du deine treuen Fans bei der Stange halten und darfst nicht aufgeben.

4.) Nicht auf dein Publikum eingehen

Stefan ist echt sauer! Er wollte so gerne erfahren wie er verhindern kann, dass sein treuer Freund ständig abgelenkt wird und nicht bei Fuß läuft. Doch stattdessen hört er die ersten 5 Minuten irgendwas über Gehorsamsprobleme bei Terrierarten und das, wo er selbst doch einen Schäferhund hat.

Es ist immer wieder beachtlich wie manche Podcaster im Titel der Episode A ankündigen und ewig von B und C reden, nur um dann A in 2 oder 3 Nebensätzen abzukanzeln. Da könnte ich immer unter die Decke meines Autos springen, wenn ich nicht angeschnallt wäre.

Wenn ich einen Podcast übers Kochen anhöre, will ich nicht erfahren, wie nett doch der italienische Gemüsehändler sie oder ihn bei der Auswahl der Paprikas beraten hat und das obwohl Italien doch den Abend zuvor 0:2 gegen Deutschland verloren hatte.

Einmal okay aber ständig?

Tu dir und deinen Hörern einen großen Gefallen und bleib beim Thema! Es kostet enorm viel Kraft sich auf etwas zu konzentrieren und ggf. daraus zu lernen, wenn der Podcaster ständig hin und her hüpft. Verliert er gar den Fokus und erzählt am Ende nahezu gar nichts zu dem, was er eigentlich versprochen hat, ist es doppelt ärgerlich.

Dazu gibt es 3 simple Tricks, die es dir leichter machen beim Thema zu bleiben

a.) Schreibe dir eine kleine Choreographie

Nein, du musst jetzt nicht die coolsten Redewendungen aus 20 Jahren Wetten Dass! einbauen aber so ein paar Randnotizen können dir helfen, dich am roten Faden entlang zu hangeln.

b.) Denke immer wieder an deinen Hörer

Du bist nicht allein! Du führst auch keinen Monolog. Nein, du bist der Dozent, Lehrer, Coach oder Seminarleiter und deine Schüler, also die Zuhörer, wollen was von dir lernen. Versetze dich in deinen idealen oder zumindest typischen Hörer und frage dich: „Was würde ich von dem Podcast erwarten?“ und checke immer mal wieder deinen Status: „Bin ich noch auf der Spur? Oder habe ich den Hörer verloren und muss ihn schnell wieder einfangen?“

c.) Komme auf den Punkt

Manchmal ist labern vollkommen in Ordnung!

Aber immer und immer wieder will das keiner hören. Private Informationen solltest du dosiert einstreuen und nicht zum Thema deines Podcasts machen.

Ich bin auch kein Fan von ständigen Floskeln wie: „Ich hoffe es geht dir gut.“ und „Oh ja, ist das ein herrlicher Tag hier in X!“ Sorry, aber das interessiert keine Sau.

Ach und auch das Betteln nach iTunes Rezensionen, hat mich in der Vergangenheit eher dazu veranlasst, gar keine Rezensionen zu hinterlassen. Hier kommt Qualität ganz klar vor Quantität.

Wer deine Sendung geil findet, wird früher oder später von ganz alleine auf die Idee kommen, mal was Positives bei iTunes oder sonst wo zu hinterlassen. Und mal unter uns, Gefälligkeitsrezensionen oder Solche, die aus dem schlechten Gewissen heraus entstanden sind, braucht keiner.

Fazit

Das Leben als Podcaster ist kein Ponyhof! So blöd diese Metapher klingt, so wahr ist sie aber leider. Wenn du mit deinem Podcast Projekt erfolgreich sein willst, dann solltest du die hier beschriebenen 4 Kardinalfehler auf jeden Fall verhindern.

Wenn du so wie ich gerne und viel Podcasts hörst, wirst du sehr schnell den einen oder anderen dieser Fehler erkennen und ins Schmunzeln geraten. Denn jetzt weißt du, wie du diesen Fehlern aus dem Weg gehst und dadurch deine Hörer glücklich machst und nicht verärgerst, so wie Stefan hier aus meiner kleinen Geschichte.

Welche Fehler hast du in der Vergangenheit begangen und wie planst du sie zu verhindern?

Lass‘ uns was Bedeutendes schaffen!

dein
Sascha Röhler

Sascha

Mein Name ist Sascha Röhler und ich bin der Podcast Padawan und Autor dieses Blogs. Ich möchte meine Reise zum ersten eigenen Podcast dokumentieren und dabei zu einem Podcast Meister werden. Wer geht mit mir diesen Weg?

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