Podcast Equipment – Teil 5: Warum du auf keinen Fall auf einen Kopfhörer verzichten darfst

Podcast Equipment – Teil 5: Warum du auf keinen Fall auf einen Kopfhörer verzichten darfst

Noch vor einigen Monaten hätte ich den Sinn eines Kopfhörers beim Aufnehmen eines Podcasts nicht wirklich verstanden. Ja okay, man kann sich selbst hören, aber gerade das fand ich früher ja immer irgendwie doof.

Immer wenn ich meine Stimme auf unserem Anrufbeantworter hörte, hätte ich am liebsten schnell auf die löschen Taste gedrückt, um dem Elend ein Ende zu bereiten.

Als ich dann mit meinem Blog gestartet bin, habe ich mich relativ schnell dazu entschieden zusätzlich alle Artikel zu vertonen, um schon mal ein wenig das Podcasten zu trainieren. Dafür habe ich anfangs ein Lavalier Mikrofon von Rode verwendet und es direkt an meinen PC angeschlossen. Von Mithören mit einem Kopfhörer war da also noch keine Rede.

Dementsprechend lange dauerte es auch immer, bis ich den richtigen Pegel gefunden hatte.

So entschloss ich mich in ein echtes Podcastmikrofon mit integriertem Kopfhöreranschluss zu investieren. Durch das positive Feedback sowohl von Pat Flynn als auch von John Lee Dumas, stieß ich auf das ATR-2100 von Audiotechnica und bestellte es direkt bei Amazon.com.

Da es in Europa einfach nicht zu einem fairen Preis zu kriegen war, nahm ich auch die recht lange Lieferzeit von knapp 12 Tagen in Kauf.

Der Tag an dem dem sich alles änderte, war der Tag als mich ein langersehntes Paket aus den USA erreichte.

Nachdem ich mich ein Weilchen mit dem ATR-2100 beschäftigt und meine ersten Aufnahmen gemacht hatte, stand fest, dass ich von nun an nur noch mit einem Kopfhörer aufnehmen würde. Schließlich hatte mein neues Schmuckstück einen regelbaren 3,5 mm Kopfhörereingang, so dass ich das was ich aufnahm auch gleich mithören konnte.

Der Unterschied war einfach umwerfend. Ich konnte auf einmal meine Stimme so hören, wie sie meine Zuhörer in Zukunft hören würden. Und auf einmal fand ich meine Stimme gar nicht mehr so schlecht.

Es gefiel mir, wie man mit der Entfernung zum Mikro spielen konnte und wie sich der Nahbesprechungseffekt auf den Klang und die Tiefen auswirkte. Ich war Feuer und Flamme und wusste sofort, dass ich nie wieder ohne einen Kopfhörer aufnehmen würde.

Der Weg zum richtigen Kopfhörer

Warum erzähle ich dir das eigentlich alles? Vielleicht nutzt du ja bereits einen Kopfhörer und ich muss dich gar nicht mehr überzeugen?

Im Laufe der letzten Monate sind mir ein paar Punkte aufgefallen. Bei mir selbst aber auch bei anderen Podcasts, die mir vor Augen geführt haben, dass es mit einem x-beliebigen Kopfhörer leider nicht getan ist.

Es gibt einige Dinge, die einen großen Einfluss auf deine Aufnahme haben können und mit diesem Artikel möchte ich dir einfach mal alle wichtigen Details über Kopfhörer mitgeben. Da ist bestimmt das eine oder andere nützliche Detail für dich mit dabei.

Welche Arten von Kopfhörer gibt es eigentlich?

Im Prinzip gibt es drei unterschiedliche Varianten, die sich vereinfacht gesagt, erstmal nur in ihrer Bauform unterscheiden.

Da wären zum einen die „In-ear“ Hörer, die irgendwie jeder zuhause rumfliegen hat. Entweder als Headset für das Smartphone oder als Ohrstöpsel für den MP3 Player. Sie werden in das Ohr gesteckt und sind daher schön klein und lassen sich leicht verstauen.

Allerdings sind sie auf Dauer unbequem und in meinen Augen auch eher zum Musikhören in der U-Bahn geeignet, als zum Mithören bei der Aufnahme deines Podcasts.

Sicherlich gibt es einige Leute da draußen, die jetzt laut aufschreien, weil sie seit Jahren solche Stöpsel verwenden, um ihre Aufnahme damit zu überwachen. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

Die zweite Variante ist der „On-Ear“ Hörer, dessen Hörmuscheln (ja das heißt tatsächlich so) auf den Ohren liegt und dadurch einen angenehmen Tragekomfort bietet. Dieser Kopfhörer ist zudem leicht und kompakt was jedoch vereinzelt zu einem weniger stabilen Sitz führen kann. Viele Produkte lassen sich zudem einklappen und in der Tasche verstauen.

Ich bin der Meinung, dass solche Kopfhörer aufgrund ihrer Größe und des attraktiveren Preises der ideale Begleiter für mobile Einsatzzwecke sind. Willst du also auch auf Reisen Podcasten und nicht auf einen Kopfhörer verzichten, dann kann ich dir die ohraufliegende Variante durchaus empfehlen.

Die dritte und letzte Variante ist der „Over-Ear“ Hörer. Hier liegen die Hörmuscheln nicht direkt auf den Ohren, vielmehr umschließen sie das Ohr komplett. Dadurch sitzen sie sehr gut und verrutschen nicht. Kopfhörer dieser Gattung sind nicht für den mobilen, sondern für den Studioeinsatz gemacht und entsprechend schwerer ausgelegt.

Preislich sind sie die Teuersten unter den 3 Varianten, klingen aber auch mit Abstand am besten. In meinen Augen sind die ohrumschließenden Kopfhörer für Podcasting am besten geeignet.

Der kleine aber feine Unterschied

Ob ein Kopfhörer letztendlich der ideale Kandidat für die Aufnahme deines Podcasts ist, hängt nicht allein von diesen 3 bauartbedingten Unterschieden ab.

Das wurde mir ganz besonders bewusst, als ich die Episode 28, der Affen on air anhörte. Irgendwann viel mir auf, dass man im Hintergrund ganz leise Stimmen hören konnte. Zu verstehen war zwar nichts aber es war irgendwie störend und ich konnte mir zunächst nicht erklären woher das kommt. Nach einer Weile bemerkte ich, dass es immer dann zu hören war, wenn Gordon seinen Satz beendet hatte aber Vladi noch nicht wieder begonnen hatte zu sprechen.

Es war also Gordons Stimme die zeitverzögert zu hören war. Ich erinnerte mich an eine Unterhaltung, die ich Anfang Oktober mit Ivan Blatter geführt hatte und in der er mir eine ganz ähnliche Erfahrung bei der Aufnahme seines Podcasts mit Bernd Geropp berichtet hatte.

Was war da passiert?

Im Nachhinein ist das irgendwie logisch und lässt sich ganz einfach erklären. Vladi verwendet offensichtlich einen Kopfhörer, der den Schall nicht vollständig abschirmt. Dieser gelangt dadurch nach außen und wird von seinem Umfeld also auch von seinem eigenen Mikrofon wahrgenommen und landet so erneut in der Aufnahme. Gordons Stimme ist also nicht nur von ihm selbst, sondern auch von Vadis Mikrofon aufgenommen worden. Das klingt dann wie dieser von mir beschriebene Nachhall-Effekt.

Wie kannst du das verhindern?

Neben den 3 grundlegenden Bauarten gibt es nochmal 3 kleine aber nicht minder wichtige Unterschiede in der Konstruktion eines Kopfhörers und wie du gleich sehen wirst, lässt sich durch die Wahl der richtigen Ausführung ein Nachhalleffekt verhindern.

Der offene Kopfhörer

Jeder hat schon mal in der Bahn oder im Bus gesessen und sich über einen Mitmenschen aufgeregt, der sein Umfeld großzügig mit seiner Musik beschallt hat. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass dieser wenig rücksichtsvolle Mitmensch einen offenen Kopfhörer verwendet hat. Diese lassen 30-55% des Schalls sowohl aus dem Kopfhörer entweichen als auch von außen in den Kopfhörer rein.

Durch diese luftige Bauweise ermöglichen offene Kopfhörer ein natürliches Hören und bieten auch bei längerem Tragen einen sehr hohen Tragekomfort.

Leider ist die Abschirmung so gering, dass man nicht nur Umgebungsgeräusche voll wahrnehmen kann, sondern auch die Umgebung die Geräusche aus dem Kopfhörer hört. Was in der Bahn sämtliche Mitfahrer nervt, kann während eines Podcastinterviews ein echtes Problem werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Stimme des Interviewpartners nach außen dringt und erneut vom Mikrofon aufgeschnappt wird ist ziemlich hoch.

Während diese Variante super zum Hören von Musik geeignet ist, solltest du als Podcaster besser auf einen anderen Kopfhörer zurück greifen.

Der halb-offene Kopfhörer

Dieser Kopfhörer ist irgendwo in der Mitte angesiedelt. Er ist also weder offen noch geschlossen. Er bietet einen besseren Tragekomfort als der geschlossene Hörer und wird am häufigsten im Heimbereich eingesetzt. Ein halb-offener Kopfhörer ermöglicht eine naturgetreuere Wiedergabe der Tiefen und ist damit besser als sein geschlossener Bruder.

Hohe Frequenzen werden konstruktionsbedingt nach außen weitgehend abgeschirmt. Tiefere Frequenzen, die von außen kommen, können dafür störend in Erscheinung treten. Es können also immer noch vereinzelt Geräusche nach außen dringen und mit aufgenommen werden. Vor allem wenn der Podcaster gerne bei hoher Lautstärke mithört.

Wer einen Kopfhörer allein zum Podcaster sucht, der sollte keine halben Sachen machen und dieses Teil besser im Laden lassen.

Der geschlossene Kopfhörer

Der letzte im Bunde ist der geschlossene Kopfhörer. Er hat eine deutlich bessere Abschirmung als seine beiden Gegenspieler, was daran liegt, dass die Ohröffnung komplett umschlossen und die Hörmuscheln vom Bügel fest angepresst werden. Das kann allerdings nach längerer Tragedauer unbequem werden.

Jeder der mal einen solchen Kopfhörer tragen durfte, wird sich bestimmt noch an die leicht schwitzigen Ohren erinnern, die nach dem Abnehmen häufig zu Tage treten. Der Grund dafür ist ein Hitzestau, der sich nach einer Weile entwickeln kann.

Da hilft nur eins: Zwischendurch die Lauscher mal an die Frische Luft lassen.

Da vom Schalldruck wenig nach außen verloren geht, ist dieser Kopfhörer mein klarer Favorit für Podcast Aufnahmen und speziell für Interviews.

Fazit

Im Prinzip sind alle Kopfhörer geeignet um bei der Podcastaufnahme mitzuhören. Allerdings gibt es ein paar Anwendungsfälle in denen du dir mit dem falschen Kopfhörer Probleme einhandelst, die auch mit einem Schnittprogramm im Nachhinein nicht mehr auszumerzen sind.

Achte also vor dem Kauf eines Kopfhörers auf die folgenden Punkte:

1.) Eine ohrumschließende Variante bevorzugen

2.) Mindestens einen halb-offenen besser einen geschlossenen Kopfhörer auswählen

3.) Er sollte bequem aber dennoch stabil sein

Wenn du jetzt noch etwas tiefer in die Thematik einsteigen willst, dann bleib dran, denn nächste Woche werde ich dir die wichtigsten Vorteile für die Verwendung von Kopfhörern verraten und ich helfe dir rauszufinden, welcher Typ du bist. Ich hoffe, dass du wieder mit dabei bist.

Willst du wissen, welches Equipment ich einsetze? Dann schau dir einfach mal meine Equipment-Seite an. Dort findest du immer wieder neue Produkte, die ich verwende und getestet habe.

Und wenn du noch weitere Fragen hast, dann schick mir eine Mail an  sascha@meinpodcast.com. Ich werde dir dann zeitnah antworten.

Wenn du Lust hast dich mit Gleichgesinnten über alles rund ums Thema Audio Podcasting auszutauschen, dann tritt meiner Facebookgruppe  „Werde Podcaster“  bei und diskutiere mit uns. Wir freuen uns  auf dich.

Ich würde mich freuen, wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei bist.

Bis dahin lass‘ uns was Bedeutendes schaffen!

Dein
Sascha Röhler

Sascha

Mein Name ist Sascha Röhler und ich bin der Podcast Padawan und Autor dieses Blogs. Ich möchte meine Reise zum ersten eigenen Podcast dokumentieren und dabei zu einem Podcast Meister werden. Wer geht mit mir diesen Weg?

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